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Auch im Raum Dresden beteiligten sich Mitglieder von JN und NPD am bundesweiten Aktionstag der Jungen Nationalisten anlässlich des 3. Oktober, welcher heute als „Tag der Einheit“ bekannt ist. Wenngleich richtigerweise festgestellt werden muss, dass die wahre Einheit Deutschlands in vielerlei Hinsicht noch in weiter Ferne liegt, so sind der Niedergang des Zwangskorsetts der ehemaligen DDR und das neue Zusammenfinden von Millionen Landsleuten nach Jahrzehnten gewaltsamer Trennung ein nicht zu vernachlässigender und durchaus positiver Aspekt unserer jüngeren Geschichte.

Im Rahmen des von der JN organisierten Aktionstages, der sich diesmal ganz dem Motto der großen Befreiungskriege widmete, luden die sächsischen JN-Stützpunkte aus Dresden und Döbeln zu einer kleinen Wanderung auf den Spuren Ferdinand von Schills ein. Vom 1907/1908 errichteten Endbahnhof der ehemaligen Windbergbahn in Possendorf führte der Weg entlang des alten Bahndammes, vorbei am ehemaligen Berglustschacht, einer Steinkohlengrube des Hänichener Steinkohlenbauvereins, bis hin zum Geburtshaus Ferdinand von Schills in Wilmsdorf und dem 1904 vom Königlich Sächsischen Militärverein „Kronprinz Friedrich August“ errichtete Schill-Denkmal. Untermalt wurde die Wanderung von verschiedenen Beiträgen an den unterschiedlichen Streckenabschnitten.

Der am 6. Januar 1776 geborene Schill ist ein deutscher Nationalheld und zählt zu den wenigen Vorreitern des Befreiungskampfes gegen die Fremdherrschaft. Sein Vater war Kavallerieoffizier in der österreichischen, später in der sächsischen, zuletzt in der preußischen Armee. Ferdinand von Schill entstammt einer Soldatenfamilie, wird später selbst zur Kavallerie gehen, ins Dragonerregiment. Seit 1793 im Rang eines Sekondeleutnants. Zuvor, als er mit 13 Jahren eingezogen wurde, diente er dem Grenadier-Garde-Battalion zu Potsdam.

Als Napoleon Bonaparte 1806 in Deutschland einfiel, kämpfte Ferdinand von Schill in der Schlacht von Auerstedt und wurde dort durch einen Säbelhieb schwer verwundet. Er rettete sich über Magdeburg und Stettin in die Festung Kolberg in Pommern, wo er sich beim Kommandanten Oberst Lucadou gesund meldete. Dieser gestattete Schill, mit wenigen Leuten Streifzüge zu unternehmen, um in der Umgebung Verteidigungsmittel, Rekruten und Geld in die Festung Kolberg zu bringen, sowie Aufklärung zu betreiben. Aber Schill begann einen Kleinkrieg gegen die französischen Besatzungstruppen in ganz Pommern. Für den gelungenen Überfall auf Gützow am 7. Dezember 1806 wurde Schill von König Friedrich Wilhelm III. noch im selben Monat zum Premierleutnant befördert und mit dem „Pour le Mérite“ ausgezeichnet.

Der König von Preußen gestattet Ferdinand von Schill per Kabinettsorder vom 12. Januar 1807 sein eigenes Freikorps, das „Freikorps Schill“, aufzustellen. Durch die Erfolge wurde Schill nun zum Rittmeister befördert. Mit seinen waghalsigen Aktionen hält er die Franzosen bei Kolberg in Schach. Selbst der Bürgerrepräsentant Kolbergs, Joachim Nettelbach, soll über Schill gesagt haben: „Ein Mann nach meinem Herzen, einfach und bescheiden, aber von echtem deutschen Schrot und Korn, und so brauchte es auch keiner langen Zeit, dass er mir ein volles Vertrauen abgewann.“

Für Ferdinand von Schills Verdienste wurde er vom preußischen König zum Major befördert. Nach dem Frieden von Tilsit, dem brutalen Diktat Napoleon`s, findet der treue Husar keine Ruhe! 1808 entwickelte er in Königsberg mit den Kameraden vom Tugendbund, einer nationalfreiheitlichen Vereinigung, erste Pläne zur Befreiung Deutschlands. Im April des darauffolgenden Jahres schlägt er auf eigene Faust los, in der Hoffnung, einen allgemeinen Volksaufstand zu entfachen.

Mit bis zu 2000 Kämpfern ficht von Schill gegen die Weltmacht Frankreich und deren Imperator Napoleon. In seinem Aufruf an die Nation heißt es: „Meine in Ketten eines fremden Volkes schmachtenden Brüder! Der Augenblick ist erschienen, wo ihr die Fesseln abwerfen könnt! Ermannet euch, folgt meinem Winke und wir sind was wir ehemals waren! Zicht die Sturmglocken! Dieses schreckliche Zeichen des Brandes fache in eurem Herzen die reine Flamme der Vaterlandsliebe an und sei für eure Unterdrücker das Zeichen des Untergangs! Alles greife zu den Waffen!“

Zwar weckt Schills Pioniertat große Hoffnung im Lager der deutschen Patrioten, jedoch ist die Zeit noch nicht reif für die allgemeine nationale Revolution! Gleichwohl reagiert Napoleon nervös. Zur Ergreifung der „Banditen“ um Schill setzt er ein hohes Kopfgeld aus.

Nach Erfolgen bei Dodendorf und Damgarten zieht sich Schill, von der preußischen Obrigkeit wegen Eigenmächtigkeit scharf verurteilt, im Mai 1809 nach Norden zurück. Am 25. Mai 1809 nimmt er im Handstreich die Festung Stralsund. Er will sich aber nicht auf englischen Schiffen absetzen. Nun bietet der Feind nicht weniger als 6000 Mann auf, um den Husarenmajor zu bezwingen. Es folgt der Sturm auf Stralsund unter der Führung von General Gratien am 31. Mai 1809: Schill fällt im erbitterten Straßenkampf. „Er ist als braver Mann gestorben“, findet Blücher.

500 Mitkämpfer des Vorreiters des Befreiungskampfes kommen auf französische Todesgaleeren. Nur wenige sehen die Heimat wieder. 11 seiner Offiziere werden auf die Festung Wesel gebracht und am 16. September 1809 auf den Lippewiesen erschossen. Sie bitten, mit offenen Augen die Todeswunde zu empfangen und selbst das Zeichen zur tödlichen Salve geben zu dürfen, umarmen sich noch einmal, machen sich Hals und Brust frei und lassen zu guter Letzt König und Preußen hochleben.

Schinkel erbaute über ihren Gräbern das 1834 eingeweihte Denkmal mit der trauernden Borussia, dem Preußenadler und den Namen der Hingerichteten. Die sterblichen Hüllen Schills und 14 anderer seiner erschossenen Gefährten werden im Denkmal zu Braunschweig-Ölper zur Ruhe gebettet, einem 1837 erbauten Obelisken mit Löwe, Schwert und eisernem Kreuz als Sinnbild des Freiheitskampfes, den Schill als einer der Ersten führte.

Der Befreiungskrieg gegen Napoleon und die französische Besatzung findet 1813 mit der Völkerschlacht bei Leipzig seinen großen Anfang vom Ende und endet mit der Befreiung Deutschlands.